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Samstag, 3. Oktober 2015

25 Jahre Deutsche Einheit ...

... ein persönlicher Rückblick
Was hat sich geändert?
Was hat das für konkrete Vor- oder auch Nachteile für mich gebracht?

Über die weltpolitische Bedeutung will und kann ich hier gar nicht schreiben. Das soll aus berufener Feder kommen, aber was hat sich ganz persönlich für mich geändert?

Aufgewachsen bin ich mit der "Grenze" vor Augen. Fast täglich habe ich die Lichter und den Zaun auf der anderen Seite der Elbe gesehen.
Besucher und Freunde wurden zur "Dömitzer Brücke" gefahren, oder auf einen der vielen "Aussichtstürme" entlang der Elbe gejagt, damit sie auch mal einen Blick nach "Drüben" werfen können.

Eine Fahrt nach Berlin wurde zum Abenteuer und die Warteschlangen am Grenzübergang Lauenburg eine Geduldsübung.
Einmal haben wir Verwandte in Frankfurt/Oder besucht und der Planungsaufwand war gewaltig und die "Genehmigung" kam erst auf den letzten Drücker.
Wir lebten im Landkreis Lüchow-Dannenberg und das war "Zonenrandgebiet". An drei Seiten ging es nicht mehr weiter, man war in diesem Zipfel am östlichen Rand von Niedersachsen gefangen in einer Sackgasse. Wahrscheinlich war das einer der Hauptgründe dafür, dass man uns "Gorleben" aufs Auge gedrückt hat. Falls das Ding in die Luft geht, hätte man die 2 Zufahrtsstraßen gesprengt und den Landkreis abgeriegelt - so munkelte man hier.
Die Abschlussklassenfahrt ging 1984 in die "DDR" und wurde sogar vom Zeit-Magazin mit einem Artikel gewürdigt (Marlies Menge: "Mit der Klasse nach drüben" Zeitmagazin Nr. 11 9.3.1984)

1990 war mein letztes Studienjahr an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.
Meine Freundin hat als Beamtin in Hannover gearbeitet und wurde zum Auszahlen des "Begrüßungsgeldes" zu Sonderschichten eingesetzt.
Am Wochenende war dann hier im Landkreis "die Hölle los". Hunderte von "Trabies" bevölkerten die Straße und keiner konnte so richtig glauben, dass das jetzt für immer so bleiben wird.

Fazit:
Auch wenn über die Jahre teilweise die Ernüchterung folgte, so ist es für meine Kinder, die "Den Zaun" und "Die grüne Grenze" hier nie erlebt haben eine Selbstverständlichkeit, dass der Kieferorthopäde oder der Abtanzball in Salzwedel sind. 
Wir fahren ganz selbstverständlich über die wiederaufgebaute Elbbrücke nach Dömitz und sind in 2 - 3 Stunden in Berlin.

Im täglichen Leben hat sich durchaus einiges geändert. Kunden kommen aus den neuen Bundesländern zu uns in die Praxis und das Kino ist in Salzwedel. Allerdings bin ich die ersten 25 Jahre meines Lebens mit "Der Grenze" und denen "da drüben" aufgewachsen, was immer noch im Hinterkopf herumspukt.

Für mich persönlich waren allerdings die Jahre 1992, 1994, 1997, 2000 und 2003 wesentlich wichtiger als 1990.
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